Weshalb eine Schlange unser Symbol ist

melan_logoDie Melanchthon-Schlange

Sie ziert den Siegelstempel der Melanchthon-Gemeinde und ist auf allen amtlichen Urkunden unserer Gemeinde zu sehen: die Schlange am Kreuz.

Fleißige Kirchgänger haben sie gewiss auch schon auf dem Glasfenster über der Eingangstür unserer Kirche entdeckt. Nur wenige wissen, was es mit der „Melanchthon-Schlange“ auf sich hat.

Einige fühlen sich an den Asklepius(Äskulap)stab der Apotheken erinnert, andere fragen verwundert, wie ausgerechnet eine Schlange zum Wahrzeichen einer christlichen Gemeinde werden konnte.

Den ersten biblischen Bezug finden wir im Alten Testament. Nicht in der Sündenfallsgeschichte, sondern im 4. Buch Mose, Kapitel 21. Darin wird berichtet, dass viele Israeliten bei ihrer Wüstenwanderung von giftigen Schlangen gebissen wurden. Darauf, so heißt es, „machte Mose eine eherne Schlange und richtete sie hoch auf. Und wenn jemanden eine Schlange biss, so sah er die eherne Schlange an und blieb leben.“ Hier wird das Abbild der Schlange (ähnlich wie die Aesculapschlange) zum Symbol der Heilkraft und des Glaubens.

In diesem Sinne wird das Motiv auch im Neuen Testament interpretiert. Der Evangelist Johannes vergleicht die „Erhöhung“ Christi mit der Aufrichtung der ehernen Schlange durch Mose und lässt Jesus sagen: „Wie Mose in der Wüste die Schlange erhöht hat, so muss der Menschensohn erhöht werden“ (Joh 3:14). Wer an den erhöhten Menschensohn glaubt, gelangt im Sinne des vierten Evangelisten durch seinen Glauben vom Tode zum Leben, ebenso wie die Israeliten durch den Anblick der ehernen Schlange vor dem physischen Tode bewahrt blieben.

Bleibt die Frage, was die Schlange mit der Melanchthon-Gemeinde zu tun hat und wie sie auf den Siegelstempel der Melanchthon-Gemeinde kommt.

Antwort: Sie befand sich bereits auf dem Siegel Philipp Melanchthons, des Namenspatrons unserer Kirche, und wurde zusammen mit dem Namen als Wahrzeichen der Melanchthon-Gemeinde übernommen. 

Pfr. Dr. Hermann Detering

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